Gemeinsame Presseinformation
der Krankenkassen in Hessen
Disease-Management-Programm Osteoporose startet zum 1. April 2025
In Hessen startet zum 01.04.2025 das Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose. Patientinnen und Patienten mit gesicherter Diagnose einer medikamentös behandlungsbedürftigen Osteoporose können sich ab dann auch in Hessen in einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm, DMP) sektorenübergreifend und leitliniengerecht versorgen lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und die gesetzlichen Krankenkassen in Hessen haben dazu eine Vereinbarung für das strukturierte Behandlungsprogramm geschlossen.
Am 01.01.2025 hat die Einschreibephase für teilnahmeberechtigte Hausärztinnen und Hausärzte sowie der Fachärztinnen und -ärzte der Orthopädie und Unfallchirurgie begonnen, die aktiv an dem Programm mitwirken wollen. Einige von ihnen werden neben der Betreuung der Patientinnen und Patienten auch Schulungen für einen besseren Umgang mit der Erkrankung anbieten. Außerdem beteiligen sich bereits zum 01.04.2025 vier Krankenhäuser und zwei Reha-Kliniken, so dass zum Start des Programms für die Versicherten der beteiligten Krankenkassen die sektorenübergreifende Versorgung sichergestellt ist.
Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen, sagt stellvertretend für die GKV in Hessen: „Das neue DMP-Angebot Osteoporose trägt gezielt zur Verbesserung der Versorgung der Betroffenen bei und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität. Die strukturierte und leitliniengerechte Behandlung führt zu einer passgenauen sektorenübergreifenden Versorgung über Einrichtungsgrenzen hinweg: Patientinnen und Patienten mit Osteoporose erhalten über das neue DMP-Angebot Zugang zu einer koordinierten medizinischen Behandlung auf dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand. Im Ergebnis wird die Versorgung bedarfsgerechter und verbessert dadurch auch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten insgesamt.“ Den Qualitätsaspekt unterstreicht auch Dr. Isabella Erb-Herrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Hessen. Durch einen engmaschigen Kontakt mit der koordinierenden Ärztin oder dem Arzt wird der Gesundheitszustand besser kontrolliert. „Die Behandlungsintervalle werden individuell abgestimmt. So lässt sich die Knochendichte mit einer optimalen medikamentösen Einstellung sowie einer gezielten Anpassung des Lebensstils, insbesondere in den Bereichen Ernährung und Bewegung, wieder allmählich verbessern“, meint sie. Mit spezifischen Schulungen für Patientinnen und Patienten mit Osteoporose könnten zudem Stürze und Frakturen mit negativen Langzeitfolgen vermieden werden.
Hintergrund:
Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme gemäß § 137f SGB V. Sie sollen eine sektorenübergreifende, systematische Versorgung für chronisch kranke Menschen ermöglichen. 2020 hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Programminhalte und Teilnahmekriterien für das DMP Osteoporose festgelegt. Das Programm soll das Fortschreiten der Erkrankung verhindern, Stürze und damit einhergehende Frakturen vermeiden, die Beweglichkeit erhalten und verbessern sowie Schmerzen reduzieren. Ziel ist eine selbstbestimmte Lebensführung und eine bessere Lebensqualität der Betroffenen. Außerdem werden die Teilnehmenden im Rahmen des Programms besonders darin geschult, wie sie neben der medikamentösen Therapie zum Erhalt ihrer Mobilität und Lebensqualität beitragen können.
Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, bei der mehr Knochengewebe ab- als wieder aufgebaut wird. Daher wird die Krankheit umgangssprachlich auch als Knochenschwund bezeichnet. Durch die Abnahme von Knochenmasse werden die Knochen dünner und poröser. Die Gefahr von Knochenbrüchen steigt. Es erkranken mehr Frauen als Männer an Osteoporose. Um sich im Disease-Management-Programm Osteoporose einzuschreiben, gilt für Frauen und Menschen mit unbestimmtem oder diversem Geschlecht ein Mindestalter von 50 Jahren, für Männer von 60 Jahren.
Ansprechperson für die Presse:
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), Landesvertretung Hessen
Heike Kronenberg
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